Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Grenzübergang Zinnwald

Beitrag des mdr-Nachrichtenmagazins exakt, 01. 07. 2002

Altenberg, der letzte Ort auf der Bundesstraße 170 vor dem Grenzübergang Zinnwald. Die Leute hier sind genervt. Von endlosen LKW-Kolonnen, Dreck, Lärm, Stau ? denn vor allem dies hat ihnen der neue Grenzübergang beschert.

Thomas Kirsten, Bürgermeister

"Ich glaube, dass das Maß dessen, was zumutbar ist, schon erreicht ist. Unsere Bevölkerung hat schlicht und ergreifend den Kanal voll, ständig zunehmender Verkehr, das geht aufs Gemüt."

"exakt" deshalb heute vor Ort in Altenberg. Mit Nachdenkzetteln für die Regierenden in Dresden. Wir verteilen Karten, auf denen die Einwohner ihre Situation schildern. Der erste Stapel ist für den Bürgermeister und sein Amt.

Und die Leute machen ihrem Ärger Luft ? schriftlich und mündlich.

"Das ist 'ne Katastrophe, kann ich Ihnen sagen. Wir haben uns schon Lärmschutzfenster reinbauen lassen, das hören Sie trotzdem. Wir wollten ja eigentlich hier ein Urlauberzentrum aufbauen, aber mit diesem Lärm hier, das ist furchtbar."

Läden machen dicht, und wohnen will hier auch bald niemand mehr.

"Das eigene Haus ... wo wir das gekauft haben, da war das alles noch nicht so wild. Das war 1990. Aber jetzt ? ich würde das nie wieder tun. Nie wieder, hier oben an der B170."

Jahr für Jahr sahen sie hilflos die LKW-Kolonnen wachsen. Jetzt haben die Altenberger die Nase voll.

"Das Versprechen hat keinen Zweck mehr. Die Einwohner, die müssen auf die Straße gehen und blockieren."

Etwa 1.800 Transporter donnern täglich durch Altenberg, vor zwei Jahren waren es noch 500. Der neue Grenzübergang zieht magisch an. Von der Alternative, der Rollenden Landstraße, spricht kaum noch jemand. Statt ihre Fracht im Huckepackprinzip per Bahn zu transportieren, setzen die Speditionen lieber auf die B170.

Was also ist zu tun, um die LKW-Massen endlich zu reduzieren? Und vor allem, um die tägliche Flut an Tanklastern und Gefahrguttransportern zu bannen? ? Viele im Ort haben Angst, dass es eines Tages zur Katastrophe kommen könnte.

"Die Gefahr wird immer größer hier. Den Einwohnern wird's ja selber manchmal Angst ? man weiß ja gar nicht, was hier durchtransportiert wird. Es ist gefährlich. Bloß wenn hier mal ein richtiger Transiter mit Giftstoff umkippt."

Fast hundert Karten haben die Altenberger innerhalb kürzester Zeit ausgefüllt. Und ab damit zu Martin Gillo, dem zuständigen Minister in Sachsen. Er kriegt schriftlich, was die Altenberger denken.
Der Minister findet die Situation bedauerlich, aber:

"Um ganz ehrlich zu sein, es ist wenig, was wir tun können. Es geht nicht um die Bannung der Gefahrguttransporter sondern um die Verlagerung der Gefahrguttransporter, die etwa 5% des Gesamtverkehrs ausmachen. Es geht darum, die auf die RoLa zu verlegen. Wir glauben, dass das erzwungen werden kann, durch Verordnung. Das kann aber nicht das Sächsische Ministerium, das muss der Landrat machen. Wir werden ihn dabei unterstützen."

Immerhin ? Martin Gillo - ein Minister, der nachgedacht hat. Nun muss er auch schnell beweisen, dass gehandelt wird.

zum Brief des Ministers an den Landrat Greif ein Jahr später

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