Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Lkw-Lawine wird endgültig gestoppt

B 170. Fahrzeuge über 7,5 Tonnen sollen die Grenze in Altenberg nicht mehr passieren dürfen.

"Juhu!“, jubelt Thomas Kirsten. „Das ist zu meinem Geburtstag eine ganz freudige Nachricht.“ Der Altenberger Bürgermeister (Freie Wähler) wurde gestern 53 Jahre alt. Und just an dem Tag legte das sächsische Wirtschaftsministerium einen Plan für die B 170 auf den Tisch – unterstützt vom Bundesinnenministerium und abgesegnet von der deutsch-tschechischen Expertengruppe.

Demnach soll der Grenzübergang in Altenberg für Lkws über 7,5 Tonnen gesperrt werden, ausgenommen regionaler Wirtschaftsverkehr. Damit wäre die Schwerlast-Lawine auf der B 170 weitestgehend gestoppt und auf die A 17 verbannt. „Danke!“, sagt Kirsten an die Adresse des Wirtschaftsministeriums, aber auch an die der Bürgerinitiative Lebenswertes Erzgebirge, die stark für eine Verkehrsentlastung gekämpft hat.

Bei der Bürgerinitiative hält sich die Freude jedoch noch in Grenzen. „Eine wichtige Hürde ist genommen“, sagt Sprecher Andreas Warschau, zugleich Kreisvorsitzender der Grünen. Und fügt hinzu: „Der Langstreckenlauf aber noch nicht beendet.“ Denn es ist zurzeit nicht klar, wann diese Regelung in Kraft tritt. Das Verhandlungsergebnis der Expertengruppe muss jetzt in einer völkerrechtlichen Vereinbarung zwischen Deutschland und Tschechien verankert werden. „Ich glaube die guten Botschaften erst, wenn das Verbotsschild steht und die Lkws wirklich draußen bleiben“, sagt Warschau. Vize-Landrat Thomas Rechentin (CDU) geht davon aus, dass der diplomatische Notentausch etwa drei bis sechs Monate dauern wird. Und er hat keinen Zweifel daran, dass die Sperrung des Grenzübergangs für Schwerlaster kommt. Im Gegenteil: Das Verhandlungsergebnis sei jetzt schon ein großer Tag für den Weißeritzkreis. „Wir begrüßen das außerordentlich, weil es zu 100 Prozent unserer Forderung entspricht“, so Rechentin. Bis die Vereinbarung in Kraft tritt, soll laut Wirtschaftsministerium die jetzige Einbahnregelung auf der B 170 bestehen bleiben. Seit 15. März dürfen Schwerlaster über zwölf Tonnen nicht mehr auf der B 170 ab Dippoldiswalde bis zur Grenze fahren. Das Landratsamt will nun sogar prüfen, ob ab 2007 diese Regelung auch schon für Lkws über 7,5 Tonnen festgezurrt werden kann. Das kündigte Rechentin an.

Von Mandy Schaks, Sächsische Zeitung 17. 11. 2006

Ein großer Tag

Nicht nur Petrus bescherte gestern dem Weißeritzkreis einen ausgesprochen herrlichen Tag. Auch Politiker und Verkehrsexperten dürften der Region gestern einen großen Tag bereitet haben. Sie wollen den Grenzübergang in Altenberg für schwere Transit-Lkws sperren und stellten dafür die Weichen.

Wenn nun noch die Unterschriften unter der Vereinbarung zwischen Deutschland und Tschechien stehen, sind die Anwohner entlang der B 170 endgültig erlöst. Dann gehört der quälende Transit-Schwerlastverkehr zwischen Bannewitz und Altenberg der Geschichte an, müssen die Brummer über die Autobahn A 17 rollen – ob sie wollen oder nicht.

Viele Bewohner im Weißeritzkreis hatten daran gewiss schon nicht mehr geglaubt. Zu lange ging die Debatte um die Verkehrsprobleme auf der B 170, zu oft wurden sie vertröstet. Doch es zeigt sich: Es lohnt sich zu kämpfen und nicht aufzugeben.

So entwickelte sich die Verkehrssituation auf der B 170

Die B 170 ist seit Anfang der 1990er Jahre überlastet. Damals ist ihr Zustand noch so schlecht, dass die 18 900 Lkws unerträglich scheinen, die im Mai 1994 über die Grenze Zinnwald fahren.

Im September 1994 geht die „Rollende Landstraße“ (RoLa) in Betrieb. Damit sinkt die Verkehrsbelastung auf der B 170.

Im Dezember 2000 eröffnet der neue Grenzübergang Altenberg. Damit nimmt der Verkehr zu. Im Frühjahr 2001 rollen täglich 1 700 Lkws durch Altenberg.

Die Augustflut 2002 zerstört die B 170 streckenweise. Die Straße ist für ein Jahr unpassierbar.

Ab Juli 2003 wird der Lkw-Verkehr aus Richtung Tschechien wieder zugelassen, ab September in beide Richtungen.

Im Mai 2004 tritt Tschechien der EU bei. Kurz vorher wollen noch so viele Lkws über die Grenze, dass tagelang Riesenstaus herrschen.

Mit dem Wegfall der Zollkontrollen wird der Straßengrenzübergang attraktiver, weniger Lkw-Fahrer nutzen die RoLa, die im Juni eingestellt wird.Jetzt rollen binnen 24 Stunden 2 400 Lkws durch Altenberg.

Im Oktober 2004 wird die Autobahnanschlussstelle „Dresden-Südvorstadt“ in Bannewitz eröffnet. Das öffnet alle Schleusen. An manchen Tagen rollen 5 000 Lkws auf der B 170.

Im März 2006 tritt die Einbahnregelung für den Schwerverkehr in Kraft. Sie reduziert den Schwerlastverkehr wenigstens in Richtung Tschechien um gut die Hälfte.Quelle: SZ-Archiv

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