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Jurk will Schwerlaster auf die A 17 zwingen

B 170. Verkehrsminister beabsichtigt, Grenze für Lkws über zwölf Tonnen dicht zu machen.

Ich wohne direkt an der B 170 und bin sehr dankbar für die jetzige Einbahn-Regelung“, sagte Sibylle Herrmann aus Schmiedeberg. „Schon am nächsten Tag war zu spüren, dass der Lkw-Verkehr weniger geworden ist. Ich denke, da sollte man schon einmal ein Dankeschön sagen.“ Diese Worte klangen gewiss wie Musik in den Ohren von Sachsens Verkehrsminister Thomas Jurk (SPD), der am Dienstagabend auf Einladung des SPD-Ortsvereines Dippoldiswalde-Schmiedeberg in der Kreisstadt weilte und Interessierten Rede und Antwort stand.

Dass nur wenige Leute davon Gebrauch machten, wertete Jurk als gutes Zeichen. „Dann funktioniert’s“, sagte er. Vor ein paar Monaten hätte diese Runde wahrscheinlich ganz anders ausgesehen. Da quälte sich noch Lkw an Lkw über die B 170. Im Durchschnitt rollten im Vorjahr täglich 2 400 Schwerlaster über die Transitstrecke, in Spitzenzeiten waren es sogar bis zu 4 000. Dann preschte Jurk mit einem Vorschlag vor: Richtungsverkehr auf der B 170. Seit dem 15. März dürfen Lkws über zwölf Tonnen nur noch talwärts rollen. Von Possendorf nach Altenberg besteht für sie Fahrverbot, ausgenommen für den regionalen Wirtschaftsverkehr. Die Belastung der Anwohner ging dadurch spürbar zurück. Die Lkw-Zahlen sanken im Durchschnitt insgesamt unter 2 000.

„Wie aber geht es mit der B 170 weiter?“, wollte Holger Flegel aus Elend vom Verkehrsminister wissen. Denn diese Regelung ist zeitlich befristet bis Jahresende, solange wie die Bauarbeiten auf der Straße dauern sollen. Auch Karl-Günter Schneider (CDU), Bürgermeister in Schmiedeberg, hakte nach: „Wir sind sehr dankbar für die jetzige Lösung. Aber die Schmiedeberger wünschen und erwarten auch, dass danach eine Tonnagebegrenzung kommt.“

Jurk versprach Entlastung mit Fertigstellung der A 17. Er geht davon aus, dass die Autobahn von Deutschland im Dezember mit dem tschechischen Straßennetz verbunden ist. Damit die Lkw-Fahrer die A 17 auch nutzen und nicht etwa als „Maut-Flüchtlinge“ wieder auf die B 170 ausweichen, bereite sein Haus in Dresden bereits jetzt Maßnahmen vor.

„Wir wollen keine zusätzlichen Mautstellen auf der B 170“, sagte Jurk. Das koste auch wieder Geld. „Wir haben eine bessere Lösung: Wir sperren die Grenze für Schwerlaster über zwölf Tonnen.“ Ausgenommen davon der regionale Wirtschaftsverkehr. Prognosen der Verkehrsexperten gehen davon aus, dass dann nur noch insgesamt 600 Lkws täglich über die B 170 rollen werden.

Jurk ist auch zuversichtlich, dass er diese Lösung hinbekommt: „Die tschechische Seite trägt das mit.“ Ziel sei, mit Fertigstellung der A 17 auf deutschem Gebiet den Grenzübergang in Altenberg für Schwerlaster dicht zu machen. Das wäre bereits zum Jahresende. Und diese Nachricht war schon am Montag Balsam für die Seelen der geplagten Anwohner an der B 170.

Kommentar: Lärm gratis

Als Anwohner der B 170 wegen der Verkehrsbelastung auf die Straße gingen und sich nichts änderte, waren sie verzweifelt und wütend. „Die Politiker wohnen ja nicht hier“, fluchten sie. Und mancher schlug der Obrigkeit vor: „Ich lade Sie gern mal eine Nacht zu mir ein – Kost, Logis und Lärm gratis.“ Sachsens Verkehrsminister Thomas Jurk (SPD) fühlte sich von solch wenig schmeichelhaften Angeboten nicht auf den Schlips getreten. Er hat es tatsächlich getan und eine Nacht bei einem Betroffenen in Schmiedeberg verbracht. Rein dienstlich. Ins Bett legte er sich dazu auch nicht, wie er der SZ verriet, dafür aber sein Ohr ans Fenster.

Nun mag keiner glauben, dass so etwas allein genügt, um etwas zu bewirken. Aber es war gewiss ein Quäntchen, das mitgeholfen hat. Wer die Situation kennt, entscheidet anders als vom grünen Tisch aus. Bleibt nur zu hoffen, dass Jurk seinen Vorschlag zur Entlastung der B 170 auch durchboxen kann.

Von Mandy Schaks, Sächsische Zeitung 13. 04. 2006

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