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Bis zwei Drittel weniger Lkws

Altenberg. Seit Mitte März ging die Zahl der ausreisenden Schwerlaster am Grenzübergang zurück.

Mit flinker Hand nimmt Silke Mücke den Ausweis des Lkw-Fahrers entgegen. Mit einem kritischen Blick überprüft die Bundespolizistin die Papiere und reicht sie dann an ihren tschechischen Kollegen Josef Chochola weiter. Auch er hat nichts auszusetzen und gibt sie dem Fahrer zurück. Dieser nimmt sie und kann in Richtung Tschechien weiterfahren. Alltag am Grenzübergang Altenberg, an dem heute Silke Mücke und Josef Chochola die ausreisenden Lkws kontrollieren.

Die Ausnahmegenehmigung für das Befahren der B 170 – die ist seit dem 15. März ab Possendorf in Richtung Altenberg für Lkws grundsätzlich gesperrt – wollen sie nicht sehen. „Jeder, der hier ankommt, wird kontrolliert. Wir sind aber nur für die Passkontrolle zuständig“, erklärt Ralf Beiersdorfer, stellvertretender Chef der Bundespolizei in Zinnwald. Stichprobenartig werfen seine Kollegen auch einen Blick in die Frachtpapiere. Und hin und wieder nimmt die Kontrollgruppe Schwerlasttransport (KGSV) die Lkws unter die Lupe. „Wir kontrollieren die Lenk- und Ruhezeiten, aber auch die Ladung“, sagt Holger Schäfer von der KGSV. Heute arbeitet er auf der anderen Seite des Überganges – bei der Einreise. Seitdem die Einbahnregelung gilt, reisen in Altenberg am Tag etwa dreimal mehr Lkws ein als aus.

Das wirkt sich nur zum Teil auf das Grenzregime aus. Personell hat es keine Folgen, denn „die Ausreisekontrolle ist nicht unser Schwerpunkt“, erklärt Beiersdorfer. Zwar kommen jetzt weniger Lkws zum Kontrollpunkt, doch ungeachtet dessen müsse er weiterhin 24 Stunden geöffnet sein. Deshalb lässt sich kein Personal einsparen. Die KGSV hingegen hat jetzt mehr Zeit, die einreisenden Lkws zu kontrollieren. Dort wie bei der Ausreise werden die Beamten der Bundes- und Landespolizei oft fündig. „An den Fahrzeugen gibt es sehr viele Mängel, sowohl an ausländischen als auch an deutschen Lkws“, begründet Schäfer die Kontrollen.

Den Beweis liefert heute Gerd Waschilewski. Der Lkw-Fahrer aus Brieske bei Senftenberg kommt gerade aus Most (Brüx) angefahren. Der Tank seines Lkws ist leer. Die geschulten Augen von Mirko Ihle von der KGSV entdecken eine schadhafte Stelle an der Außenwand. Während Polizeiobermeister Schäfer noch die Codierung am orangenen Schild entschlüsselt und feststellt, welche Flüssigkeit der Lkw transportiert hat, zeigt Ihle Waschilewski das Leck. „Da muss ich gleich zur Werkstatt fahren“, sagt der Brandenburger ohne zu zögern. Er arbeitet für eine Firma in Schwarzheide und ist öfters auf der B 170 unterwegs. Deshalb ist er aber auch einer, der von der Einbahnregelung betroffen ist.

„Ich musste gestern über Neugersdorf nach Most fahren“, berichtet der Lkw-Fahrer. Dadurch verlängerte sich seine Strecke um rund 80 Kilometer. Er brauchte eineinhalb Stunden mehr für die Fahrt. Außerdem musste Waschilewski noch zwei Stunden bei der Ausreise warten. Das wäre Anlass, zornig zu sein. Doch der Brandenburger ist es nicht: „Ich kann die Anwohner der Straße verstehen. Ehrlich gesagt, ich würde an der B 170 auch nicht leben wollen.“ Andere Lkw-Fahrer sind nicht so einsichtig. Allein in den ersten zehn Tagen der Regelung stoppte die Polizei am Kontrollpunkt in Karsdorf 751 Lkws, die trotz Fahrverbots über die B 170 nach Altenberg wollten. Das höre sich zwar viel an, im Vergleich seien es jedoch wenige. „Der Posten war rund um die Uhr mit vier Beamten besetzt. Sie fehlten uns an anderen Stellen“, sagt Polizeisprecher Mirko Göhler. Deshalb wurde der Kontrollposten am Sonnabendmorgen aufgelöst. Nun kontrollieren mobile Kräfte die Lkws. Sollte sich herausstellen, dass trotz der mittlerweile aufgeweichten Ausnahmeregelung für Firmen im Grenzgebiet bedeutend mehr Lkws Altenberg ansteuern, werde es die Kontrollstelle in Karsdorf sicher wieder geben, sagt Mirko Göhler.

Von Maik Brückner, Sächsische Zeitung 29. 03.2006

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