Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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1 000 Lkw an nur einem Tag

Landkreis. Gestern trat auf der B 170 die neue Einbahnstraßenregelung für Lkw in Kraft. Stark befahren wird nun die S 148 über Kottmarsdorf.

Nur mal schnell zum Tanken oder Einkaufen rüber nach Rumburk? Das dürfte am Grenzübergang in Neugersdorf seit gestern problematisch sein: Denn die Punkt null Uhr in Kraft getretene Einbahnstraßenregelung für den Transitverkehr in Richtung Tschechien ist schon wenige Stunden später in der Lausitz unübersehbar. Bis zum Nachmittag wuchs der Rückstau der vom Grenzübergang Altenberg umgeleiteten Lkw die Umgehungsstraße entlang auf bis zu fünf Kilometer.

Das Problem: „Die Pkw-Fahrer kommen nicht mehr durch“, weiß der Leiter der Ebersbacher Bundespolizei-Inspektion, Olaf Töteberg. Da es auf der kurvenreichen und unübersichtlichen Umgehungsstraße zum Grenzübergang keine Standspur für die wartenden Lkw gibt, ist ein Überholen der Fahrzeuge nicht möglich. Töteberg empfiehlt, lieber die benachbarten Übergänge in Sohland und Seifhennersdorf zu nutzen.

„So was habe ich hier ja noch nie erlebt“, schimpft ein Golffahrer, der seit einer halben Stunde in der Brummi-Schlange klemmt und in dieser Zeit „nur ein paar Meter vorangekommen ist“. 106 Lkw hat er in diesem Moment noch vor sich. „Was machen die da vorne“, fragt er – und wendet. Die „da vorne“ fertigen ab – seit Mitternacht ununterbrochen. „Wir machen hier so schnell wie möglich“, sagt Polizeiobermeister Michael Wagner, der an der Passkontrolle sitzt: Lkw für Lkw rollt über die Waage, der Blick in den Pass erfolgt gleich gemeinsam mit der tschechischen Kollegin am Tisch gegenüber. Nicht mal eine halbe Minute – und schon fährt der nächste vor.

Dennoch hat sich bis 17 Uhr ein Rückstau gebildet, der die Polizei veranlasst, „Stauvariante zwei“ in Kraft zu setzen. Dabei wird die Umgehungsstraße zwischen Aral-Tankstelle und Neueibauer Straße voll gesperrt und zweispurig als Stauraum genutzt. Der Verkehr aus Richtung Tschechien wird durch Neugersdorf umgeleitet.

Durch die einseitige Sperrung der erzgebirgischen B 170 in Richtung Tschechien sollen nach Schätzungen des Wirtschaftsministeriums täglich 600 Lkw über die Oberlausitz ausweichen. Stimmt diese angenommene Zahl und halten sich die meisten Brummifahrer an die Ausschilderung der Bautzener Autobahnabfahrt, die sie über Löbau nach Neugersdorf schickt, stiege die Transit-Zahl auf der S 148 theoretisch auf über 1000 pro Tag.

Wie es in der Praxis aussieht, beobachten Verkehrszähler der Gemeinde Obercunnersdorf im Ortsteil Kottmarsdorf. Sie haben sich im Bushäuschen direkt an der S 148 postiert und zählen von früh halb acht bis 11.30 Uhr bereits 200 Lkw.

„Seit heute früh hat es wirklich stark zugenommen“, sagt ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Tatsächlich reißt das Brummen gar nicht ab: Ein Laster nach dem anderen schnauft den Kottmarsdorfer Berg herauf. Auch an Jutta Paletscheks Garten vorbei. „Ohne schalldichte Fenster würde es gar nicht gehen“, sagt sie. „Ich sehe ja ein, dass gebaut werden muss, aber für uns hier ist es belastend. Ich hoffe bloß, dass es wirklich befristet ist und nicht zur Dauerlösung wird.“

Auf der B 96 blieb das befürchtete Lkw-Chaos gestern aus. Ein Zeichen dafür, dass sich die Fahrer an die ausgeschilderte Umleitung über die B 6 und B 178 hielten.

Von Jana Ulbrich und Elisa Schubert, Sächsische Zeitung 16. 03. 2006

Kommentar: Eingetroffen

Von Daniela Pfeiffer

Sämtliche Befürchtungen sind mit den hunderten Lkw, die sich gestern Richtung Neugersdorfer Grenzübergang wälzten, eingetroffen: Die neue Einbahnstraßenregelung bringt vor allem für Kottmarsdorf und Neugersdorf enorme Belastungen. Und wir haben seit gestern eine Ahnung von dem, was die Anwohner der B 170 jahrelang aushalten mussten.

Doch auch wenn die Lkw-Lawine „nur“ ein Jahr lang auf uns zurollen soll, sind Land und Kreis dringend gefordert, angemessen zu reagieren. Schließlich hat sich schon am ersten Tag gezeigt, wie der Verkehr zum Erliegen kommen kann. Und das lag bestimmt nicht an einer zu langsamen Abfertigung. Die Grenzbeamten tun bereits ihr Möglichstes. Nur ausgeklügelte Stauvarianten können die Situation noch halbwegs entlasten.

Bleibt nun zu hoffen, dass am Wochenende nicht das große Chaos ausbricht. Vielen Neugersdorfern dürften die Wochenendschlangen aus früheren Zeiten noch in lebhafter Erinnerung sein. Statistisch ist sogar schon der Donnerstag, also heute, der Tag mit dem höchsten Verkehrsaufkommen.

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