Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Die Laster kommen nur noch von oben

B 170. Es wird kein Nachtfahrverbot geben. Die Einbahn-Lösung soll nun für Entspannung auf der Europastraße sorgen.

Da muss ich den Kopf nur noch in eine Richtung drehen, wenn ich über die Straße will“, sagt Frank Beyer. Er wohnt in Obercarsdorf an der B 170, gleichzeitig liegt ihm als Marketingchef der Regionalverkehr Dresden GmbH (RVD) viel an einem reibungslosen Verkehr auf der B 170. Bei der Einbahn-Lösung befürchtet er, dass in der einen Richtung der Verkehr weiter zunimmt. „In Richtung Dresden haben es unsere Busse dann noch schwerer, den Fahrplan einzuhalten“, sagt er.

Die Ausreise über den Grenzübergang Altenberg soll für Lkws über zwölf Tonnen gesperrt werden. Dann können Transit-Lkws über Altenberg nur einreisen und auf der B 170 Richtung Autobahn rollen. Wie Martina Pirk vom Sächsischen Wirtschaftsministerium informiert, ist für die Strecken über Neugersdorf oder Schönberg keine Einbahn-Lösung vorgesehen. Es gebe also keinen Grund, dass Lkws, die jetzt dort fahren, auf die B 170 ausweichen. Mit einer Verkehrszunahme werde nicht gerechnet.

Andreas Warschau von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Erzgebirge“ sagt zu dem Vorhaben: „Unsere jahrelangen Proteste haben doch etwas bewirkt. Ich halte es aber für Symbolpolitik. Dem Sächsischen Wirtschaftsministerium ist klar geworden, dass was passieren muss. Das grundsätzliche Problem, dass wir zu viel Verkehr auf der Straße haben, löst das aber nicht. Ich verstehe nicht, warum nicht ganz gesperrt werden kann, wenn es in einer Richtung möglich ist.“

Der stellvertretende Landrat Thomas Rechentin (CDU) diskutierte das Thema gestern mit den Fachleuten in seinem Amt. Er sagte: „Wir begrüßen im Prinzip alles, was zur Entlastung auf der B 170 beiträgt.“ Bei denselben Gesprächen, in denen Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) mit dem tschechischen Vizeminister Jirí Kubinek die Einbahn-Lösung aushandelte, wurde das Nachtfahrverbot begraben. Die Tschechen haben zu wenig Stauflächen dafür.

Bei der Einbahn-Lösung sind aber einige Punkte noch offen: Ab wann wird sie greifen und welche Ausnahmelösungen sind vorgesehen? „Der regionale Wirtschaftsverkehr ist nicht betroffen“, verspricht das Wirtschaftsministerium. Einige Betriebe in der Region sind auf die Verkehrsverbindung über Altenberg angewiesen. Die Agrar-Service GmbH in Reinholdshain bekommt Düngerlieferungen aus Lovosice. „Das sind 2 500 bis 3 000 Tonnen im Jahr. Wenn wir als grenznaher Betrieb eine Ausnahmegenehmigung erhalten, würde ich die Regelung begrüßen“, sagt Geschäftsführer Eckehard Seidlein. Die Schmiedeberger Gießerei hat ein Tochterunternehmen in Teplice. Dorthin fährt jeden Tag ein Lkw mit Gussteilen zur Weiterbearbeitung. „Eine Strecke über Schönberg zu fahren, wäre wirtschaftlich und ökologisch sinnlos“, sagte Geschäftsführer Andreas Mannschatz.

Verlieren würden die zwei Grenzspeditionen, die noch in Altenberg arbeiten. Ein Teil ihrer Tätigkeit ist die Abfertigung von Transporten über die EU-Grenze in Richtung Bulgarien oder Türkei. „Diese Aufträge fallen dann komplett weg“, sagt Andreas Tooren, Geschäftsführer der Gerlach Zolldienste GmbH.

Kommentar: Wer nichts wagt …

Eine Lösung für die Verkehrsprobleme auf der B 170 zu finden, grenzt an Zauberei. Zu drastische Einschnitte treffen immer auch die einheimische Bevölkerung und Wirtschaft.

Allerdings hat die Straße für die Anwohner schon viel von ihrer Funktion verloren. Niemand kann sich mehr darauf verlassen, dass er über die Bundesstraße pünktlich zur Arbeitsstelle oder zur Schule kommt. Für die Fahrer und die Anwohner ist die Straße auch eine äußerst gefährliche Strecke geworden.

Nun soll die Einbahn-Lösung die Belastung senken und den Verkehr an den Baustellen im Sommer leichter vorbei führen. Das wird sicher keine Zauberlösung werden. Ihre Haken und Ösen werden sich zeigen, wenn es läuft. Aber wer nichts wagt, hat schon verloren.

Von Franz Herz, Sächsische Zeitung 11. Januar 2006

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